
Huthi setzen Angriffe auf Saudi-Arabien fort – USA attackieren iranische Boote in Hormus

Die saudische Luftabwehr hat nach Angaben eines Sprechers der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen eine Huthi-Drohne südlich von Mekka zerstört, bevor sie in den gesperrten Luftraum über der heiligen Stadt eindringen konnte.
Die Drohne sei am Dienstagabend abgefangen worden, erklärte der Sprecher Turki al-Malki. Es sei der zweite Versuch der Huthi, Mekka anzugreifen, nachdem die Miliz im Juli 2017 eine ballistische Rakete auf die Region abgefeuert habe.

Vertreter der Huthi bestritten, Mekka ins Visier genommen zu haben. Mohammed al-Farah, Mitglied des politischen Büros der Huthi, wies den Vorwurf zurück, die Gruppe habe die Stadt angegriffen. Die Behauptung sei eine "offenkundige Lüge", sagte er der von den Huthi betriebenen Nachrichtenagentur SABA.
Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer Eskalation der Angriffe der mit Iran verbündeten Huthi, die Saudi-Arabien zunehmend in den Krieg hineinzieht. Mekka beherbergt einige der heiligsten Stätten des Islam und ist Mittelpunkt der jährlichen Hadsch-Pilgerfahrt. Saudi-Arabien hatte am Dienstag Sicherheitswarnungen für Mekka und Dschidda herausgegeben.
Die Huthi im Jemen erklärten ihrerseits, ein saudisches F-15-Kampfflugzeug über der Provinz Marib mit einer im Inland entwickelten Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben. Saudi-Arabien hat den Verlust bislang nicht bestätigt. Die Huthi erklärten zudem, weitere saudische Flugzeugformationen zum Rückzug gezwungen zu haben. Nach Angaben der Miliz haben saudische Kampfflugzeuge in dieser Woche mehr als 450 Luftangriffe im Jemen geflogen.
Die Huthi haben in den vergangenen Tagen Teile der jemenitischen Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Von dort aus können sie die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab bedrohen, über die ein Teil der saudischen Ölexporte umgeleitet werden soll, nachdem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt wurde.
In der vergangenen Woche wurde zudem eine der wichtigsten saudischen Ost-West-Pipeline angegriffen. Saudi-Arabien macht dafür eine proiranische Gruppe aus dem Irak verantwortlich. Da die Kämpfe mit den Huthi im Roten Meer eskalieren, hat Saudi-Arabien nach Angaben eines US-Regierungsvertreters die Zahl der Öltanker deutlich erhöht, die es durch die Straße von Hormus schickt. Die rund 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline verbindet die Ölfelder am Persischen Golf mit der Küste des Roten Meeres. Sie ist während der Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch Hormus zu einer wichtigen Exportroute für Saudi-Arabien geworden.
Seit die Pipeline nach dem Angriff vom Freitag außer Betrieb ist, warnen Händler vor möglichen Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt. Bei einer längeren Unterbrechung könnten bis zu vier Prozent des weltweiten Ölangebots betroffen sein.
Das US-Militär habe am Montag zwei iranische Kleinboote zerstört, nachdem Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) versucht hätten, eine Drohne der US-Marine zu beschlagnahmen, die die Straße von Hormus patrouillierte. Das erklärten US-Regierungsvertreter gegenüber Axios amDienstag. Das US-Militär hatte den Angriff zunächst nicht öffentlich gemacht. Iranische Medien stellten den Vorfall als Drohnenangriff auf "Fischerboote" dar.
CBS News veröffentlichte inzwischen exklusive Fotos, die erhebliche Schäden an mehreren US-Militärstellungen im Nahen Osten zeigen. Die Schäden sollen durch iranische Raketen- und Drohnenangriffe entstanden sein. Die Aufnahmen geben einen seltenen Einblick in die Auswirkungen der iranischen Angriffe auf US-Einrichtungen in der Region.
Exclusive photos obtained by CBS News show extensive damage at multiple U.S. military positions in the Middle East following Iranian missile and drone attacks.
— Clash Report (@clashreport) September 15, 2026
The images, provided by anonymous active-duty service members, show destroyed buildings, vehicles and equipment at… pic.twitter.com/lj3QcHp3bt
Der Krieg gegen Iran hat die USA bislang 38 Milliarden US-Dollar gekostet. Zu dieser Schätzung kommt das Congressional Budget Office (CBO), der überparteiliche Haushaltsdienst des US‑Kongresses. Nach Einschätzung des CBO kostet der Konflikt, solange er andauert, die USA weitere zwei bis drei Milliarden US-Dollar pro Monat. Zudem rechnet die Behörde damit, dass die hohen Energiepreise die Inflation im ersten Quartal 2027 um 0,5 Prozentpunkte erhöhen werden. Das CBO erklärte, dass das Pentagon auf seine Anfragen nach Informationen zu den Kriegskosten nicht reagiert habe.
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