Nahost

"Aus Sicherheitsgründen": Iran schließt französisches Kulturzentrum

In Teheran wurde ein französisches Kulturzentrum "aus Sicherheitsgründen" geschlossen. Iran wirft der Einrichtung illegale Aktivitäten vor. Die Maßnahme verschärft die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Teheran und Paris weiter.
"Aus Sicherheitsgründen": Iran schließt französisches Kulturzentrum

Iran hat ein französisches Kulturzentrum in Teheran geschlossen und der der Botschaft angegliederten Einrichtung vorgeworfen, illegal zu operieren und Aktivitäten zu betreiben, die die nationale Sicherheit des Landes gefährden.

Die Beziehungen zwischen Paris und Teheran haben sich in letzter Zeit verschlechtert, obwohl Frankreich sich aus dem Krieg herausgehalten hat, den die USA und Israel Ende Februar gegen Iran begonnen hatten. Außerdem hatte Frankreich die ersten Angriffe auf Iran als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt.

Im Juli wurden zwei französische Diplomaten von iranischen Sicherheitskräften festgenommen, denen vorgeworfen wurde, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Sie wurden daraufhin des Landes verwiesen. Frankreich reagierte im August mit der Ausweisung von zwei iranischen Diplomaten. Die iranische Nachrichtenagentur Mizan teilte am Sonntag mit:

"Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in Teheran wurde das illegale Zentrum, das der französischen Botschaft in Teheran angegliedert ist und seit Jahren unter dem Deckmantel des Sprachunterrichts betrieben wurde, geschlossen."

Die iranischen Behörden behaupteten, die Einrichtung habe wiederholt Warnungen ignoriert, die nach den Gesetzen des Landes erforderlichen Lizenzen einzuholen, und Aktivitäten durchgeführt, die "gegen diplomatische Konventionen verstießen". Sie warfen dem französischen Zentrum zudem vor, den Sprachunterricht als Deckmantel zu nutzen, um Projekte zu fördern, die der iranisch-islamischen Kultur entgegenstehen, Netzwerke zu identifizieren und aufzubauen sowie die Ausreise qualifizierter Iraner aus dem Land zu erleichtern.

Frankreich hat die Schließung als Angriff auf seine kulturelle Präsenz in Iran verurteilt und angekündigt, als Reaktion darauf "angemessene Maßnahmen" zu ergreifen. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat angeordnet, den iranischen Botschafter vorzuladen.

Das Centre de la Langue Française (CLF) bot in Teheran Französischkurse an, an denen laut dem französischen Außenministerium jedes Jahr Tausende Iraner teilnahmen.

Im Januar 2023 schloss Teheran das Französische Forschungsinstitut in Iran, nachdem das Satiremagazin Charlie Hebdo Dutzende Karikaturen veröffentlicht hatte, die sich über den damaligen Obersten Führer Ali Chamenei und das religiöse Establishment Irans lustig machten. Die Bilder, von denen einige sehr provokativ oder sexuell explizit waren, wurden im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs mit dem Titel "Mullahs Get Out" ausgewählt und sollten die regierungskritischen Proteste in Iran unterstützen.

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