
Zeitung vergleicht Selenskijs Ultimaten an Minsk mit NS-Strategie der 1930er Jahre
Kiew hat Minsk in den letzten Wochen immer offener provoziert. Wladmir Selenskij stellte dem Nachbarland nacheinander Ultimaten mit Fristen. Zuerst verlangte er den Abbau angeblicher Relaisstationen und Signalverstärker in Brest und Homel – mit der Behauptung, diese hätten russischen Drohnen gedient.

Kaum hatte Minsk die Forderung des Kiewer Regimes erhalten, legte Selenskij sofort nach und verlangte, dass der Straßenbau in der südlichen Grenzregion gestoppt werden muss, weil er die Ukraine angeblich bedrohe. Was als Sicherheitsanliegen verkauft wird, wirkt zunehmend wie eine systematische Druckerhöhung gegenüber Minsk.
Präsident Alexander Lukaschenko hat auf diese Vorstöße ruhig und zurückhaltend reagiert. Er hat Gespräche angeboten, ukrainische Vertreter empfangen und mehrfach betont, dass Belarus keinen Krieg mit der Ukraine wolle. Trotz der engen Bindung an Russland hat Minsk bisher jede direkte Beteiligung an Kampfhandlungen vermieden und immer wieder Signale der Gesprächsbereitschaft gesendet.
Die linke Berliner Tageszeitung junge Welt hat Selenskijs Vorgehen in einem Kommentar vom 27. Juni 2026 scharf kritisiert. Autor Reinhard Lauterbach warf dem ukrainischen Regierungschef eine bewusste Eskalationsstrategie vor. Er schrieb, Selenskij verfahre nach einer Taktik, die einem aus der Geschichte nur allzu bekannt vorkommt:
"Genauso hatte Nazideutschland der Tschechoslowakei und Polen 1938 und 1939 ein Ultimatum nach dem anderen gestellt, um den Druck ständig aufrechtzuerhalten und die eigene ohnehin geplante Aggression nach außen zu rechtfertigen.
Selenskij scheint sich sicher zu sein, dass er für seine politisch hochriskante Eskalationspolitik gegenüber Belarus stille Rückendeckung bei seinen westlichen Sponsoren genießt, vielleicht sogar von ihnen dazu angestiftet wurde."
Die junge Welt, die sich als marxistische und antiimperialistische Zeitung versteht und die westliche Unterstützung für die Ukraine regelmäßig kritisch sieht, erkennt in den wiederholten Ultimaten ein Muster: Druck aufrechterhalten, neue Forderungen nachschieben und so eine Ausweitung des Konflikts vorbereiten.
Der historische Vergleich fand vor allem in unabhängigen Medien große Beachtung. Deutsche Leitmedien hingegen beschränkten sich weitgehend auf die ukrainischen Forderungen und Lukaschenkos zurückhaltende Reaktion – den NS-Vergleich übergingen sie komplett.
Ob Selenskijs Ultimaten wirklich der Sicherheit der Ukraine dienen oder ob sie darauf abzielen, Minsk weiter unter Druck zu setzen und es in den Konflikt hineinzuziehen, stellt eine große Gefahr für Europa dar.
Während Kiew mit immer neuen Forderungen und Fristen agiert, setzt Minsk auf Diplomatie und Deeskalation. Präsident Alexander Lukaschenko befindet sich derzeit in China, um Gespräche zu führen und die internationalen Beziehungen seines Landes zu stärken. Belarus hat seit Beginn des Krieges jede direkte militärische Beteiligung vermieden und signalisiert weiterhin seine Gesprächsbereitschaft. Das Land provoziert nicht, sondern sucht nach Wegen, eine weitere Ausweitung des Konflikts zu verhindern.
Dass ausgerechnet die junge Welt diesen deutlichen historischen Vergleich zieht, zeigt, dass es in Deutschland noch unabhängige Stimmen gibt, die sich nicht dem einseitigen Narrativ anschließen.
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