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Klaus-Michael Kühne ist tot: Der Hamburger Logistik-Milliardär stirbt mit 89 Jahren in der Schweiz

Vom Hamburger Spediteur zum Milliardenmagnaten: Klaus-Michael Kühne prägte Kühne + Nagel über Jahrzehnte und machte den Familienbetrieb zu einem Weltkonzern. Nun ist der Unternehmer mit 89 Jahren in der Schweiz gestorben. Sein Vermögen soll künftig weitgehend der Kühne-Stiftung dienen.
Klaus-Michael Kühne ist tot: Der Hamburger Logistik-Milliardär stirbt mit 89 Jahren in der SchweizQuelle: Legion-media.ru © Newscom: Axel Heimken

Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Unternehmer starb in der Nacht zum Montag in seinem Haus in Schindellegi im Kanton Schwyz. Kühne + Nagel bestätigte seinen Tod am Montag. Mit ihm verliert die deutsche Wirtschaft eine der prägenden Unternehmerpersönlichkeiten der Nachkriegsgeneration.

Kühne wurde am 2. Juni 1937 in Hamburg geboren und wuchs in einer Speditionsfamilie auf. Sein Großvater August Kühne hatte 1890 gemeinsam mit Friedrich Nagel das Unternehmen gegründet. Klaus-Michael Kühne trat früh in den Familienbetrieb ein und übernahm bereits mit 29 Jahren die operative Führung.

Unter seiner Leitung wuchs Kühne + Nagel weit über seine ursprünglichen Grenzen hinaus. Aus dem Hamburger Speditionsunternehmen wurde ein internationaler Logistikkonzern mit Schwerpunkt auf See- und Luftfracht. Kühne führte das Unternehmen über Jahrzehnte und blieb auch nach seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft dessen bestimmender Eigentümer.

Seinen Lebensmittelpunkt hatte er längst in die Schweiz verlegt. Schindellegi wurde zu seinem Wohnort und zum Zentrum seiner geschäftlichen Aktivitäten. Von dort aus baute er über die Kühne Holding ein umfangreiches Beteiligungsportfolio auf.

Zu den wichtigsten Investments gehörten Hapag-Lloyd und Lufthansa. Bei beiden Unternehmen wurde Kühne zu einem der bedeutendsten Aktionäre. Hinzu kamen Beteiligungen an weiteren deutschen und europäischen Firmen sowie Immobilien und Hotels. Sein Vermögen wurde zuletzt auf mehrere Dutzend Milliarden Euro geschätzt.

Trotz seines internationalen Geschäfts blieb Hamburg für Kühne von großer Bedeutung. Er unterstützte den Hamburger SV und investierte erhebliche Summen in kulturelle und wissenschaftliche Projekte. Zu den bekanntesten Förderungen gehörten die Elbphilharmonie und weitere Vorhaben in seiner Heimatstadt.

Auch die Kühne-Stiftung war Teil dieses langfristigen Engagements. Sie fördert unter anderem Forschung, Medizin, Bildung und Logistik. Da Kühne und seine Ehefrau Christine keine Kinder hatten, dürfte die Stiftung für die Zukunft seines Vermögens eine zentrale Rolle spielen.

Kühne war allerdings nicht nur als Unternehmer und Mäzen bekannt. Er galt als eigenwillig und nahm zu politischen und gesellschaftlichen Fragen offen Stellung. 

Zur Geschichte seines Familienunternehmens gehörte zudem ein schwieriges Kapitel. Die Rolle von Kühne + Nagel während der NS-Zeit wurde wiederholt kritisiert. Im Mittelpunkt standen unter anderem Transporte und die Verwertung des Eigentums deportierter jüdischer Familien. Kühne erklärte, er habe von diesen Vorgängen erst später erfahren.

Mit seinem Tod endet eine Unternehmerkarriere, die über sechs Jahrzehnte deutsche und internationale Wirtschaftsgeschichte geprägt hat. Sein Name bleibt mit einem der größten Logistikkonzerne Europas verbunden. Die von ihm aufgebauten Beteiligungen und die Kühne-Stiftung werden sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Vermächtnis weitertragen.

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