
Was nach der Befreiung von Konstantinowka passieren wird

Von Dawid Narmanija
"Dank des Heldenmuts unserer Militärangehöriger"
"Die Hauptnachricht ist – Konstantinowka ist vollständig eingenommen."
Dies erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, Journalisten. Dem Präsidenten zufolge ist dies eine wichtige Etappe bei der Einnahme des ukrainischen befestigten Raums Slawjansk-Kramatorsk.
Am 3. Juni hatte Wladimir Putin eine Konferenz des Kommandos des Vereinigten Truppenverbands besucht. Davon, dass der Gegner endgültig aus Konstantinowka zurückgeschlagen wurde, berichtete dem Präsidenten der Chef des Generalstabs Waleri Gerassimow. Zusätzlich haben Kommandeure der Stoßtrupps dem Präsidenten Meldungen über die Lage in der Stadt erstattet und Videoaufnahmen von Drohnen demonstriert.
Putin dankte seinerseits den Soldaten für ihren Heldenmut und die geleistete Arbeit und erklärte:
"Selbstverständlich solle alle, die sich besonders hervorgetan haben, staatliche Auszeichnungen erhalten."
Konstantinowka war vom Kiewer Regime in eine scheinbar uneinnehmbare Festung verwandelt worden. Russlands Staatschef betonte, dass sie "dank des Heldenmuts unserer Militärangehöriger" inzwischen endgültig befreit sei. Putin ordnete zudem an, alles Mögliche für die Evakuierung von Menschen zu tun, die bis zur Befreiung in der Stadt geblieben sind.
Strategische Bedeutung

Anton Grunis, Kommandeur der 4. Brigade des russischen Truppenverbands Süd, erklärte in seinem Bericht an den Präsidenten:
"Gegenwärtig steht die Stadt Konstantinowka unter unserer Kontrolle. Gleichzeitig beenden wir die Maßnahmen zur Suche und Beseitigung einzelner Militärangehöriger der Streitkräfte der Ukraine, die versuchen, sich in Gebäuden, Kellern und zahlreichen Ruinen zu verstecken."
Konstantinowka ist die erste Stadt des Ballungsraums Slawjansk-Kramatorsk, die durch Russlands Streitkräfte befreit wurde. Seit 2014 wurde dieser Raum zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Unmittelbar hinter Konstantinowka liegt die Siedlung Alexejewo-Druschkowka, darauf folgen die Städte Druschkowka, Kramatorsk und Slawjansk. Das bebaute Gebiet ist faktisch ununterbrochen.
Auch an sich ist Konstantinowka recht groß. Die 55 Kilometer von Donezk entfernte Stadt hatte vor dem Krieg knapp 80.000 Einwohner gezählt.
Die Kämpfe um die Stadt begannen noch 2025, faktisch gleich nach der Befreiung von Krasnoarmeisk und Dimitrow. Russische Truppen rückten in zwei Richtungen vor – nach Dobropolje und in Richtung des Ballungsraums Slawjansk-Kramatorsk, zu dem auch Konstantinowka gehört.
Gegenwärtig dauern die Kämpfe im Süden des Ballungsraums in Alexejewo-Druschkowka an.
Im Norden ist der Truppenverband West dabei, die Stadt Krasny Liman zu befreien. Am 28. Juni merkte Putin an, dass dort nur noch 149 Häuser von 11.000 unter ukrainischer Kontrolle verbleiben.
Wichtig war auch die Befreiung von Rai-Alexandrowka am 18. Juni. Der Ort liegt auf einer Anhöhe etwa zehn Kilometer von Slawjansk und 13 Kilometer von Kramatorsk entfernt. Von hier aus können russische Truppen die Logistik des gesamten Ballungsraums sowohl mit Drohnen als auch mit Artillerie angreifen, was die Versorgung der ukrainischen Garnisonen erheblich erschwert.
Die Lage an anderen Abschnitten
Die Offensive läuft entlang der gesamten Frontlinie weiter. Der Präsident merkte an, dass Russlands Streitkräfte seit Jahresbeginn 133 Siedlungen befreit und eine Fläche von über 3.000 Quadratkilometern in Donbass und Neurussland unter ihre Kontrolle gebracht haben. Putin erklärte:
"In jüngster Vergangenheit wurde die Volksrepublik Lugansk vollständig befreit. Ukrainische Militärverbände in der Volksrepublik Donezk und in Gebieten Saporoschje und Cherson werden weiter aufgerieben."
Gerassimow fügte hinzu, dass Vorkräfte des Truppenverbands Mitte in Dobropolje und Annowka in der DVR eingerückt seien.
Das höchste Vorstoßtempo verzeichnen die Truppenverbände Nord und Ost. Erfolge des Truppenverbands Nord haben ermöglicht, den Sicherheitsstreifen an den russischen Grenzgebieten auszuweiten. Wie der Kommandant des Truppenverbands, Generaloberst Jewgeni Nikiforow, dem Präsidenten berichtet hatte, stehen die Stoßtrupps zehn Kilometer vor der Stadt Sumy entfernt. Soldaten des Truppenverbands Ost drängen das ukrainische Militär in den Gebieten Saporoschje und Dnjepropetrowsk zurück.
Der Truppenverband West erzielt Geländegewinne in Krasny Liman, reibt ukrainische Truppen am Ostufer des Flusses Oskol auf und rückt am Frontabschnitt Kupjansk vor.
Zudem meldete der Chef des Generalstabs dem Präsidenten die Erfolge des Truppenverbands Dnjepr, dessen Vorkräfte zehn Kilometer vor Saporoschje stehen.
"Sie haben es nicht anders gelernt"
Nach Ansicht des russischen Präsidenten schaden Versuche Kiews, den westlichen Geldgebern irgendwelche Erfolge vorzutäuschen, dem ukrainischen Militär. Putin erklärte:
"Die hochtrabenden Behauptungen des Führers des Kiewer Regimes über Erfolge, die es in Wirklichkeit, wie wir wissen, nicht gibt, sind im Prinzip für uns von Vorteil. Denn diese Schauspieler – und etwas anderes können sie gar nicht tun, sie haben es nicht anders gelernt – desorganisieren mit ihren Aktionen und Ankündigungen sowohl sich selbst als auch ihre Geldgeber."
Der Präsident fügte hinzu:
"Wir sollten bedenken, dass der Gegner, um seine Legenden und Lügen zu bestätigen, zu gewissen Terroranschlägen greifen kann oder Ausbrüche mit geringen Kräften, doch mit großer propagandistischer Ausstattung unternehmen, um die eigenen Thesen von angeblichen Erfolgen zu bestätigen. Wir sollten darauf vorbereitet sein."
Russlands Staatschef verwies zudem auf die Notwendigkeit, massive Angriffe gegen die Infrastruktur der ukrainischen Rüstungsindustrie fortzusetzen. Angebliche europäische Friedensstifter treten in Wirklichkeit für eine Fortsetzung des Krieges bis zum letzten Ukrainer ein, betonte er. Putin ordnete zudem an, Europas Verwicklung in den Konflikt zu analysieren, und bemerkte, dass dies bei künftigen Entscheidungen berücksichtigt werde.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 4. Juni.
Mehr zum Thema – Die Befreiung von Konstantinowka wird sich auf die gesamte Sonderoperation auswirken
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

